Jilody’s Blog

Nemo me impune lacessit

Archiv für August 3, 2007

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NEX

Kurzgeschichte im Zuge des Schreibwettbewerbs „Phönixfeder“ (2. Platz – wurde wegen Teamzugehörigkeit nicht gewertet.)

Von aller Hoffnung ward ich verlassen. Alles Gute kehrt mir den Rücken, nur das Schicksal bleibt. Es starrt mich an, aus leeren, toten Augen. Sie bergen keine Wärme mehr, nicht einen Funken Leben.
Da knie ich, meine Hände liegen kraftlos auf meinen Oberschenkeln. Ich sehe sie an, als könnten sie mir eine Antwort geben. Als könnten sie mich trösten. Doch statt Trost wallt Wut in mir auf. Unverständnis mischt sich mit Trauer und Verzweiflung – wird dadurch zur scharfen Klinge, welche meinen Nerven bedrohlich nahe kommt. Ich wippe vor und zurück, unfähig zu begreifen wiege ich den letzten Rest an Verstand scheinbar in meinen offenen Händen, während ich nach wie vor darauf starre. Blut klebt an ihnen – ich schließe die Augen.

Die Klinge siegt, sie zerreißt alles, was mich vor dem Wahnsinn bewahrt hatte. Ich werfe den Kopf in den Nacken und stoße einen stummen Schrei aus. Als ich wieder klar sehen kann, fällt mein Blick auf den Körper vor mir. Ich will eine Hand auf die leblose Haut legen, will sie nur berühren können. Doch sie geht durch das Weltliche hindurch, wie das Schwert durch meine Brust. Eine Träne sucht sich ihren Weg über meine Wange, hinab an meinem Hals, bis sie schließlich versiegt. Doch nicht versiegt meine Verzweiflung und die immer lauter werdende Frage nach dem Warum. Ich kann mich nicht daran erinnern und fragen kann ich auch nicht mehr. Als einzige Antwort bleibt mir dieser tote Körper vor dem ich knie. Ich fühle mich einsamer und ratloser denn je, knie ich doch vor mir selbst.

Langsam nur, aber doch stetig beginne ich zu verblassen in dieser realen Welt. Ich verschwinde, werde nie wieder zurück kehren können. Mir selbst in die Augen blickend begreife ich, woher ich komme und wohin ich gehen werde. Ein letztes Mal greife ich nach mir, nach dem Schwert, welches mir den Tod beschert hat. Doch auch dieses mal schaffe ich es nicht – das Weltliche zu fassen, das Geschehene rückgängig zu machen. Ich schließe die Augen, wende meinen Blick innerlich dem zu, was kommen mag. Und von aller Hoffnung ward ich verlassen.

Geschützt: Jilody Nask

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